# Blueprint: WhatsApp-Stil-Agent

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## Teil A — Für deinen Agent

### Ziel

Drafts für WhatsApp- und Chat-Nachrichten erzeugen, die klingen wie der Operator. Nicht wie KI, nicht poliert, leicht imperfekt. Ziel ist nicht Versand, sondern ein Entwurf, den der Operator in einer Sekunde freigibt oder ablehnt.

### Erfolgskriterien

- Output ist immer ein **Draft**, nie ein automatischer Versand
- Stil-Treue messbar: Tonalität, Länge, typische Wörter und Marotten des Operators tauchen auf
- Kein Marketing-Sprech, keine Em-/En-Dashes, keine Meta-Phrasen ("ich hoffe das hilft")
- Antworten passen zum Adressaten (Freund vs. Kunde vs. Kollegen)

### Eingabe-Schema

```yaml
voice_profile:
  examples:        list[string]      # 20–50 echte Beispiel-Nachrichten des Operators
  patterns:                          # optional, vom Agent destilliert aus examples
    typical_openers: list[string]
    typical_closers: list[string]
    forbidden_words: list[string]    # Wörter, die NIE auftauchen sollen
    punctuation:     {emoji_rate: float, dash_allowed: bool}
contacts:
  - name:          "Vorname Nachname"
    relation:      "freund" | "familie" | "kunde" | "kollege"
    tone:          "locker" | "neutral" | "förmlich"
    history_sample: list[string]     # 5–10 letzte echte Nachrichten an diese Person
trigger:
  intent:          string            # was soll gesagt werden, frei formuliert
  contact:         string            # Name aus contacts
  length:          "kurz" | "normal" | "lang"
output:
  draft:           string            # 1–3 Varianten
  confidence:      float             # wie sicher ist das Modell beim Stil
```

### Verarbeitung

1. **Profil-Destillation** (einmalig oder bei Refresh) — aus den Beispielen extrahieren: typische Längen, Opener/Closer, Satzbau-Muster, verbotene Wörter, Emoji-Rate
2. **Kontakt-Kontext** — letzte Nachrichten an die Zielperson anschauen, Tonlage matchen
3. **Draft-Generierung** — drei Varianten in unterschiedlicher Länge, alle im Voice-Profil
4. **Stil-Check** — gegen `forbidden_words` und Marketing-Phrasen filtern, bei Treffer neu generieren
5. **Ausgabe** — als Draft anzeigen, niemals senden

### Forbidden by default

- Em-Dash (—), En-Dash (–) im Fließtext
- Phrasen wie "Ich hoffe das findet dich gut", "Ich wollte mich melden um zu", "Anbei", "Zögere nicht"
- KI-typische Aufzählungen mit drei Adjektiven ("schnell, effizient, zuverlässig")
- Großbuchstaben-Eyecatcher ohne Grund

### Sicherheit

- **Nie unbeaufsichtigt senden.** Output ist immer Draft, Versand passiert ausschließlich durch den Operator (manuell oder durch dessen explizite Bestätigung)
- Adressaten-Daten nie an externe APIs senden, die loggen
- Bei sensiblen Themen (Krankheit, Geld, Streit) zusätzlicher Hinweis "Bitte selbst lesen, ist heikel"

### Fehler-/Edge-Cases

- Zu wenig Beispiele (< 10) → Hinweis, dass Stil zu unsicher ist, dann eher generisch und kürzer
- Kontakt unbekannt → Fragen statt Raten
- Intent unklar → Rückfrage in einem Satz

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## Teil B — Für dich

### Was ist das?

Dein eigener Schreib-Doppelgänger für Chats. Statt selbst zu tippen, sagst du nur "schreib Jasper, dass ich morgen nicht kann" und der Agent liefert dir einen Entwurf, der klingt wie du. Du tippst nur noch "ok" und schickst.

### Was brauchst du dafür?

Drei Dinge.

- Zwanzig bis fünfzig echte Nachrichten von dir. Je mehr, desto besser. Mix aus Freunden, Kunden, Familie.
- Eine kleine Liste deiner wichtigsten Kontakte mit Notiz wie du mit denen redest (locker/förmlich/dazwischen).
- Klare Regel: der Agent darf **nichts** automatisch senden. Du gibst frei, Punkt.

### Wie startest du?

Du gibst die Vorlage oben deinem Agent. Der zieht aus deinen Beispielen ein Voice-Profil und legt ein paar Kontakte an. Beim ersten Test sagst du eine Absicht ("sag Mama dass ich Sonntag komme") und schaust dir den Draft an. Wenn er nicht passt, korrigierst du und der Agent lernt.

### Wo sind die Grenzen?

Stil-Klone werden nie perfekt. Längere Texte gehen oft schief, weil Stil aus Mikro-Mustern kommt, die in einem Roman verwässern. Faustregel: ein bis drei Sätze sind das süße Spielfeld.

### Was kostet das?

Cent-Beträge pro Draft. Profil-Destillation einmal pro Halbjahr, danach ist das stabil.

### Wann lohnt es sich, wann nicht?

Lohnt sich, wenn du viel chattest und deine Antworten oft nach Vorlage aussehen müssten. Lohnt sich nicht für tiefe persönliche Gespräche, die schreibst du sowieso selbst.

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## Teil C — Was du als Nächstes tust

1. Sammle zwanzig deiner letzten Nachrichten in eine Textdatei
2. Diese Datei und den Blueprint deinem Agent geben
3. Drei Test-Drafts machen und kommentieren was nicht passt
4. Drei Tage real benutzen
5. Wenn was schiefgeht: Beispiele nachfüttern, nicht die Vorlage ändern

Fragen: christian@denzer.ai
